Chirurgie der peripheren Nerven und Sehnen
nach Meyer - Patent angemeldet
Prof. Dr. Viktor E. Meyer, Universitätsspital Zürich, Schweiz
In der Rekonstruktion peripherer Nerven ist die möglichst exakte Koaptation einer von mehreren wichtigen Faktoren, den wir, wenigstens bis zu einem gewissen Grad, direkt beinflussen können. Technisch wird die exakte faszikuläre Koaptation durch eine möglichst glatte Schnittfläche der Nervenstümpfe erleichtert.
Die vorliegenden Haltepinzetten wurden entwickelt, um Nervenstümpfe, ohne zusätzliche Traumatisierung durch die Haltevorrichtung und bei einem Minimum an Substanzverlust, mit der Klinge glatt anfrischen zu können. Sie sind so gebaut, dass sie auch bei schwierigem chirurgischem Zugang angewendet werden können. Der exzentrisch liegende Führungsschlitz ermöglicht ein sehr sparsames Anfrischen der Nerven, beispielsweise als Vorbereitung für eine Direktnaht.
Rasterelektronenmikroskopisch durchgeführte Vergleiche von Schnittflächen des Nervus suralis des Menschen, die einmal nach Anwendung der gezahnten Schere, dann nach der hier dargestellten Methode angestellt wurden, haben gezeigt, dass die anatomischen Veränderungen der Schnittfläche bei Benützung einer scharfen Klinge weniger ausgeprägt sind, als beim Einsatz einer gezahnten Schere (V. E. Meyer und J. Smahel: The Surgical Cut-Surface of Peripheral Nerves, International Journal for Microsurgery, 2: 187, 1980). Durch die dargestellte Technik können, vor allem bei grösseren Nerven, auf atraumatische Weise glatte Schnittflächen erzielt werden, was auch die Beurteilung der Faszikeltopographie erleichtert.
Zum Anfrischen einzelner kleiner Faszikel oder Faszikelgruppen wird die Verwendung der gezahnten Schere empfohlen.
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